„Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht“, sagt ein Sprichwort aus Sambia. Gelassenheit ist gefragt im Umgang mit den Allerkleinsten – das wissen alle Eltern. Und wie viel einfacher ist es, gelassen zu bleiben, wenn Sie in gutem Kontakt mit Ihrem Kind stehen.
Wir haben Ihnen hier Wissenswertes über kindliche Erlebniswelten zusammengestellt. Viel Freude auf dem gemeinsamen Weg!
Die Beziehung zu Ihrem Kind beginnt bereits vor der Geburt. Ist das Allerkleinste dann in Ihrer Familie angekommen, macht es sich daran, die Welt zu erkunden. Sie sind dabei der Schlüssel zum großen Unbekannten. Alles, was das Baby am Anfang braucht, bekommt es von Ihnen: Ansprache, Nähe, unmittelbares Eingehen auf seine Bedürfnisse. Wenn Sie Ihr Kind viel tragen, am besten in einer geeigneten Tragehilfe, verwöhnen Sie es auf keinen Fall. Im Gegenteil: Ihr Baby spürt, welch sichere Basis Sie ihm bieten, und wird sich umso neugieriger der Umwelt zuwenden, sobald es etwas älter ist.
Kommunikation von Anfang an
Wenn Sie mit Ihrem Baby aktiv kommunizieren, tun Sie bereits das Wichtigste für seine sprachliche Entwicklung. Kommentieren Sie, was Sie tun, und beschreiben Sie Ihrem Kind, was es selbst gerade tut: Mimik, Gestik und Ihr Tonfall geben Ihrem Kleinsten wertvolle Anregungen – und darüber hinaus spürt es, dass Sie ihm liebevoll zugewandt sind.
Spielend die Welt entdecken
„Das ist der Daumen ...“, „Guten Tag, Herr Nasenmann!“ – Die kleinen Fingerspiele, die sich so gut in den Alltag einbauen lassen, sind wunderbare erste Spiele, bei denen viel Kommunikation stattfindet. Auch ältere Kleinkinder haben noch Spaß daran, sich beim Fingernägelschneiden die Geschichte vom pflaumenhungrigen kleinen Finger erzählen zu lassen.
Fördern, nicht überfordern
Sollte ein Kleinkind Englisch lernen, zur musikalischen Früherziehung gehen und Sport treiben? Wenn Ihr Kind noch keinen Kindergarten besucht, kann es sehr spaßig sein, mit ihm zwei-, höchstens dreimal in der Woche kleinkindgerechte Kursangebote wahrzunehmen. Maßgeblich sind selbstverständlich das Interesse und die Freude Ihres Kleinsten an dem ausgewählten Kurs. Lassen Sie sich von Ihrem Kind leiten!
Musik machen
Rhythmus und Musik sind für alle Kinder wichtig. Schon im vierten Schwangerschaftsmonat können Ungeborene hören und lernen die Stimme ihrer Mutter kennen. So manches Baby beruhigt sich in den ersten Lebensmonaten durch das Rauschen eines Föns – es erinnert an die Geräusche im Mutterleib.
Schlaflieder singen gehört zu den schönsten Abendritualen – sie sind bei Babys wie älteren Kindern sehr beliebt.
Am Anfang ist der Säugling ein Tragling – er kann sich noch nicht selbst fortbewegen, liebt aber den Rhythmus des Gehens oder Schuckelns. Innerhalb weniger Monate kann das ältere Baby sich schon selbst dorthin bewegen, wo etwas Interessantes wahrzunehmen ist.
Wenn das Baby heranwächst, entdeckt es die Welt primär durch seinen Körper. Dem Greifen nach den eigenen Füßchen und Händchen folgen schon bald Drehungen – aus der Rückenlage auf den Bauch und umgekehrt. Legen Sie einen Lieblingsgegenstand Ihres Babys in Reichweite links oder rechts neben seinen Kopf. Es wird danach greifen und sich dabei herumdrehen.
Aus der Bauchlage fangen Babys dann schon bald an, sich hochzustemmen. Mit etwa sechs Monaten bewegen sich die meisten fort – oft zuerst rückwärts, bei Weitem nicht immer krabbelnd, auch rutschend oder rollend. Spätestens dann sollten Sie selbst Ihre Wohnung aus der Perspektive Ihres Kleinsten betrachten und alle Gegenstände vorübergehend entfernen, die Ihrem Baby gefährlich werden könnten.
Mit dem Krabbelalter geht das selbstständige Sitzen einher. Ab diesem Alter können Sie Ihr Kind aufrecht im Kinderwagen transportieren oder in den Hochstuhl setzen. Achtung: Animieren Sie Ihr Kind nicht zum Sitzen, bevor es das nicht aus eigener Kraft schafft! Ernsthafte Haltungsschäden können die Folge sein.
Wie viel spannender ist die Welt im Stehen! Schon bald, mit acht bis zehn Monaten, wird sich Ihr Baby überall hochziehen und dabei sein Gleichgewicht trainieren. Die ersten Schritte folgen meist in einer Altersspanne zwischen elf und vierzehn Monaten. Los geht’s – nun ist Ihr Kind nicht mehr zu halten.
Lassen Sie Ihrem Kind Zeit – Ihr Kleinstes braucht keinerlei Hilfestellung, schon gar nicht in Form eines „Gehfrei“. Diese Geräte bergen große Gefahren für Ihr Kind. Es lernt beispielsweise nicht, sein Gleichgewicht zu halten und seine Fußmuskulatur richtig zu trainieren.
Ständiges Schuhetragen wirkt sich ungünstig auf die Bewegungsfreiheit der Kinderfüßchen aus. Barfuß lassen sich Gleichgewichtssinn und Muskulatur viel besser trainieren. Auf rutschigen Böden bewähren sich Stoppersöckchen oder weiche Krabbelschuhe aus Leder. Die ersten Schuhe benötigen Laufanfänger erst, wenn sie auch draußen unterwegs sind.